Brandstifter in Italien nutzen Katzen, um Waldbrände anzufachen
Im Sommer 2026 erlebt Europa einen eskalierenden Brandsommer mit verheerenden Großbränden, die durch extreme Hitzewellen und starke Winde angefacht werden. Bis heute sind EU-weit bereits über 254.000 Hektar Land den Flammen zum Opfer gefallen. Dies übersteigt den langjährigen Durchschnitt der letzten zwei Jahrzehnte deutlich und macht diesen Sommer bereits jetzt zu einer der schwersten Waldbrandsaisonen der jüngeren Geschichte.
Die Situation in den einzelnen Regionen
Spanien: Das Land verzeichnet die schwerste Krise. In der Provinz Guadalajara nordöstlich von Madrid wütet seit dem 16. Juli der zweitgrößte Waldbrand in der Geschichte des Landes seit Aufzeichnungsbeginn, der allein 32.000 Hektar zerstörte und zur Evakuierung von 34 Dörfern führte. Bereits am 10. Juli forderte ein verheerendes Feuer in der südlichen Provinz Almería (Los Gallardos) mindestens 11 Todesopfer. Aktuell drohen neue Brände nahe Toledo die Vororte zu erreichen.
Frankreich: Laut Präsident Emmanuel Macron erlebt Frankreich die schwersten Brände seit dem Zweiten Weltkrieg. Südwestlich von Bordeaux, im Département Gironde (Saumos/Le Porge), mussten in den letzten Tagen über 10.000 Menschen evakuiert werden, als ein Feuer binnen kürzester Zeit mehr als 2.000 Hektar umschloss. Auch an der Côte d’Azur im Département Var (nahe Cotignac) brennen die Wälder unkontrolliert.
Italien: Besonders auf Sizilien herrscht der absolute Ausnahmezustand bei Temperaturen um die 45 °C. Rund 6.000 Einsatzkräfte kämpfen gegen Dutzende aktive Brandherde (u.a. im Madonie-Park und bei Syrakus). In der Nachbarregion Kalabrien ermitteln die Behörden wegen massiver Brandstiftung, bei der mutmaßlich Tiere instrumentalisiert wurden, um Brandherde vorsätzlich zu streuen.
„Katzen mit in brennbare Flüssigkeit getränkten Tüchern, die an ihre Schwänze gebunden waren, wurden auf den Feldern freigelassen, liefen umher und verbreiteten das Feuer.“
In Süditalien untersuchen Behörden derzeit, ob die Feuer absichtlich gelegt wurden. Ermittler vermuten, dass Brandstifter lebende Katzen „mit in brennbare Flüssigkeit getränkten Tüchern, die an ihre Schwänze gebunden waren“, in die Brände getrieben haben. Domenico Costarella von der Katastrophenschutzbehörde Kalabriens sagte in einem auf Facebook veröffentlichten Video: „Diese Tiere wurden auf den Feldern freigelassen, liefen umher und verbreiteten das Feuer.“ Costarella erklärte, die Behörden hätten auch Glasflaschen mit Dochten und brennbarer Flüssigkeit gefunden. Diese seien verwendet worden, um Brände in Gebieten mit trockenem Gras zu legen.
Weitere Regionen: Kleinere, aber für die Regionen ungewöhnliche Brände infolge von Hitzewellen trafen im Juli den Wald von Fontainebleau südlich von Paris sowie Teile von Großbritannien (Nordwales).
Folgen und Ausblick
Neben den ökologischen Schäden und dem Verlust von Menschenleben führt der Rauch zu einer massiven Verschlechterung der Luftqualität im gesamten Mittelmeerraum. Wetterdienste wie die spanische AEMET warnen, dass das Brandrisiko wegen anhaltender Trockenheit, Saharastaub und trockener Gewitter in den kommenden Tagen auf der höchsten Stufe („extrem“) verbleibt.