Waldbrand-Lagebericht von Sonntag
Am Sonntag, den 2. August 2026, wüten sowohl im Nordwesten der USA als auch in mehreren Ländern Europas schwere, vom Wind angefachte Waldbrände, die Evakuierungen und erhebliche Schäden verursacht haben.
🇺🇸 Vereinigte Staaten (USA)
Die dramatischste Lage in den USA konzentriert sich aktuell auf den Bundesstaat Washington, in dem landesweit die höchste Alarmstufe gilt.
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- Katastrophe in Spokane: Ein massiver und sich rasch ausbreitender Waldbrand (das „Old Trails Fire“) hat das Stadtgebiet der Großstadt Spokane erreicht. Bis zum Sonntagmorgen wurden bereits mindestens 600 Gebäude zerstört. Ganze Stadtteile wurden evakuiert, und rund 60.000 Menschen sind ohne Strom. Auch sensible Infrastrukturen wie ein Krankenhaus für Kriegsveteranen mussten geräumt werden. Washingtons Gouverneur Bob Ferguson hat den Notstand für den gesamten Bundesstaat ausgerufen. Aktuell brennen dort 12 große Feuer auf einer Fläche von über 80.900 Hektar. Die Region leidet unter dem vierten extremen Dürrejahr in Folge.
- Landesweite Lage: Das National Interagency Fire Center (NIFC) meldet landesweit über 84 aktive Großbrände, bei denen knapp 27.000 Einsatzkräfte gefordert sind.
🇪🇺 Europa
In Südeuropa verschiebt sich die extreme Gefahr durch anhaltende Winde und Hitze aktuell von Westen nach Osten.
- Griechenland: Westlich von Athen (nahe Psatha und Porto Germeno) wüten unkontrollierte Brände. Heute kam es bei den Löscharbeiten zu einer Tragödie: Zwei Feuerwehrhubschrauber stießen in der Luft zusammen, wobei zwei Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Zudem erreichten Flammen einen militärischen Schießplatz am Golf von Korinth, was Detonationen alter Munition auslöste. Mehr als 12.000 Hektar Land wurden in Griechenland bereits vernichtet. Auf der Insel Kefalonia wurde ein Mann wegen mutmaßlicher Brandstiftung festgenommen.
- Spanien: Obwohl sich die riesigen Brände in Zentralspanien (nahe Madrid und Ávila) langsam eindämmen lassen, sind in den Regionen Kastilien-León sowie im Westen in Cáceres neue Brände ausgebrochen. In Cáceres mussten 800 Menschen evakuiert werden. Auch deutsche Feuerwehrkräfte aus Nordrhein-Westfalen sind im Rahmen des EU-Katastrophenschutzes vor Ort im Löscheinsatz.
- Frankreich: Nach wochenlangen „Megafires“ in der Region Bordeaux (bei denen über 420 Quadratkilometer Wald verbrannten) hat sich die Lage im Südwesten leicht stabilisiert, die Brände breiten sich nicht weiter aus. Ein weiteres großes, noch nicht vollständig eingedämmtes Feuer tobt in der Provence (Département Var), wo rund 2.500 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
- Deutschland
- Großbrand im Harz (Sachsen-Anhalt): Bei Neinstedt (Thale) ist heute Mittag ein großer Feldbrand ausgebrochen. Angefeuert durch Erntearbeiten breitete sich das Feuer rasch über eine Fläche von rund neun Hektar (etwa 12 Fußballfelder) aus und griff auf eine Waldinsel über. Da im Landkreis Harz aktuell die Waldbrandgefahrenstufe 3 von 5 gilt, musste die Feuerwehr mit 110 Kräften und zwei Löschflugzeugen ausrücken, um die Flammen einzudämmen.
- Waldbrand außer Kontrolle in Bayern: In der Oberpfalz (nahe Freudenberg, Landkreis Amberg-Sulzbach) kämpfen seit dem Wochenende rund 330 Einsatzkräfte gegen einen unkontrollierten Waldbrand. Aufgrund von starkem Wind und extrem schwierigem, steilem Gelände können die Löscharbeiten teilweise nur zu Fuß durchgeführt werden.
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🇬🇧 Bahngleis-Brand in London (Richtung Flughafen Stansted)
Ein schwerer Böschungs- und Flächenbrand direkt neben den Schienen hat heute den gesamten Zugverkehr zum Flughafen London-Stansted lahmgelegt. Das Feuer brach gegen 14:00 Uhr Ortszeit an den Gleisen bei Waltham Cross (Waltham Abbey, nördlich von London) aus. Angeacht durch Hitze und Trockenheit gerieten rund 14 Hektar Grasland – die Fläche von etwa 20 Fußballfeldern – direkt neben den Schienen in Brand. Der Stansted Express musste komplett gestoppt und evakuiert werden. Es bildeten sich kilometerweit sichtbare Rauchwolken, die auch die Sicht auf der nahen Autobahn M25 behinderten. Die Londoner Feuerwehr war mit 14 Löschfahrzeugen im Einsatz und brachte den Brand gegen 17:00 Uhr unter Kontrolle. Weil jedoch die Signaltechnik beschädigt wurde, gibt es bis in die Nacht massive Zugstreichungen und Verspätungen. Reisende zum Flughafen werden über Cambridge umgeleitet. - 🇪🇸 Mallorca (Großbrand in Porreres)
Auf Mallorca hat in der Nacht ein verheerendes Feuer in einer Müll- und Recyclinganlage in Porreres (Inselzentrum) einen elfstündigen Großeinsatz ausgelöst. Der Brand brach in den frühen Morgenstunden auf dem Gelände der Recyclingfirma Mac Insular aus. Aufgrund der riesigen Mengen an brennbarem Material und Abfällen entwickelten sich die Flammen rasch zu einem Großbrand. Das Feuer drohte auf einen nahegelegenen Pinienwald an den Hängen der Serra de Montision überzugreifen, da Funkenflug immer wieder kleine Brandherde außerhalb des Geländes entzündete. Eine Flotte von Löschfahrzeugen musste die ganze Nacht hindurch ununterbrochen Wasser heranschaffen. Nach elf Stunden intensivem Kampf gegen die Flammen meldete die Feuerwehr von Mallorca heute Mittag, dass das Feuer unter Kontrolle ist. Die Einsatzkräfte sind aktuell noch mit Nachlöscharbeiten und dem Kühlen von Glutnestern beschäftigt. Verletzte gibt es glücklicherweise nicht.🚒 Deutsche Hilfe im AuslandTrotz der eigenen angespannten Lage unterstützt Deutschland den südeuropäischen Katastrophenschutz. Eine spezialisierte Waldbrand-Einheit der Feuerwehr Düsseldorf (bestehend aus 56 Kräften und 21 Fahrzeugen) ist nach einer 2.000 Kilometer langen Anreise heute in der spanischen Provinz Kastilien und León eingetroffen und kämpft dort aktiv im Zwei-Schicht-System gegen die Megafires.