Deluxe NewsWorld News & Politics

Giftige Fischarten im Mittelmeer: Was Urlauber jetzt wissen sollten

Das Mittelmeer verändert sich. Mit steigenden Wassertemperaturen breiten sich invasive Fischarten weiter nach Westen aus. Besonders zwei bereiten Wissenschaftlern, Fischern und Naturschützern große Sorgen: der hochgiftige Hasenkopf-Kugelfisch (Lagocephalus sceleratus) und der Rotfeuerfisch (Pterois miles). Beide stammen ursprünglich aus dem Indischen Ozean und gelangten über den Suezkanal ins Mittelmeer.

Der Hasenkopf-Kugelfisch gilt derzeit als die größere Bedrohung. In den Gewässern vor Griechenland, Zypern und der Türkei hat er sich bereits massiv ausgebreitet und wird inzwischen auch zunehmend im zentralen und westlichen Mittelmeer nachgewiesen. Mit seinen kräftigen Zähnen zerstört er Fischernetze, frisst gefangene Fische und verdrängt heimische Arten. Besonders gefährlich ist jedoch sein Nervengift Tetrodotoxin (TTX), eines der stärksten bekannten natürlichen Gifte. Bereits geringe Mengen können für Menschen tödlich sein. Der Fisch darf deshalb keinesfalls gegessen werden.

Um die Ausbreitung einzudämmen, zahlen griechische Behörden Fischern inzwischen Prämien für jeden gefangenen Kugelfisch. Ziel ist es, die Population zumindest teilweise zu kontrollieren.

Auch der Rotfeuerfisch breitet sich rasant aus. Seine auffälligen rot-weißen Streifen und langen Flossen wirken spektakulär, doch seine Rückenstacheln enthalten ein schmerzhaftes Gift. Als äußerst erfolgreicher Räuber frisst er große Mengen kleiner Fische und bedroht dadurch das ökologische Gleichgewicht vieler Küstenregionen. Im Gegensatz zum Kugelfisch ist sein Fleisch jedoch nach fachgerechter Entfernung der Giftstacheln genießbar und gilt sogar als Delikatesse. In einigen Mittelmeerstaaten wird daher gezielt versucht, den Rotfeuerfisch als Speisefisch zu etablieren.

Bislang gehören beide Arten rund um Mallorca noch nicht zum alltäglichen Bild. Mit der weiteren Erwärmung des Mittelmeers rechnen Meeresbiologen jedoch damit, dass insbesondere der Rotfeuerfisch und langfristig auch der Hasenkopf-Kugelfisch häufiger in den Balearen gesichtet werden könnten.

Tipps für Schwimmer und Schnorchler

  • Berühre unbekannte Fische niemals mit bloßen Händen.
  • Halte beim Schnorcheln ausreichend Abstand zu auffällig gestreiften oder kugelförmigen Fischen.
  • Entdeckst du einen Rotfeuerfisch, vermeide jeden Kontakt mit seinen Stacheln.
  • Fange einen Hasenkopf-Kugelfisch auf keinen Fall und nimm ihn niemals als Speisefisch mit.
  • Fotografiere ungewöhnliche Sichtungen und melde sie – wenn möglich – den örtlichen Behörden oder Meeresforschungsprojekten.

Für Wassersportler besteht derzeit kein Anlass zur Sorge. Begegnungen mit diesen Arten sind weiterhin selten, und die Tiere greifen Menschen nicht aktiv an. Dennoch lohnt sich ein wachsames Auge – denn das Mittelmeer befindet sich im Wandel, und mit ihm verändert sich auch seine Unterwasserwelt.

Weitere invasive Fische in europäischen Süßwasser-Gewässern

Nicht nur im Meer, auch in europäischen Flüssen und Seen breiten sich fremde Arten aus:
  • Schwarzmund-Grundel: Dieser kleine Fisch aus dem Schwarzmeer-Raum hat sich über Kanäle in fast allen großen Flüssen Mitteleuropas (wie Rhein und Donau) sowie in der Ostsee stark vermehrt und verdrängt heimische Bodenfische.
  • Sonnenbarsch: Ursprünglich aus Nordamerika stammend, breitet er sich in vielen europäischen Seen und Teichen aus.
Mild Hybrid
Previous post

Die tickende Dreitausend-Euro-Box: Warum die neue Hybrid-Technik beim Autokauf zum wirtschaftlichen Totalschaden führen kann

Next post

This is the most recent story.

deluxe magazine

deluxe magazine