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El Niño 2026: Was ist zu erwarten

Es beginnt weit entfernt von Europa, dort, wo der Pazifik am breitesten ist. Vor den Küsten Südamerikas wird das Meer ungewöhnlich warm, gewaltige Luftmassen verändern ihre Zirkulation – ein Wetterphänomen, das seinen Ursprung tausende Kilometer entfernt hat, beeinflusst auch die Reiseplanung in Europa.

El Niño 2026 ist inzwischen keine Modellrechnung mehr. Nach Angaben der US-Wetterbehörde NOAA ist das Phänomen bereits etabliert und verstärkt sich. Für den Herbst und Winter 2026/27 liegt die Wahrscheinlichkeit eines sehr starken El Niño bei rund 90 Prozent. NOAA hält sogar einen historischen Verlauf für möglich: Für Oktober bis Dezember wird eine Wahrscheinlichkeit von 69 Prozent angegeben, dass die Stärke frühere Ereignisse seit Beginn der vergleichbaren Aufzeichnungen übertrifft.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich für jede Destination ein bestimmtes Wetterprogramm vorhersagen lässt. El Niño verschiebt die Wahrscheinlichkeiten, nicht den Wetterkalender. Gerade für Europa sind die Zusammenhänge deutlich schwächer als etwa im tropischen Pazifik. Das ECMWF weist darauf hin, dass sich El-Niño-Effekte in Europa von Saison zu Saison unterscheiden und sich über einen ganzen Winter teilweise sogar gegenseitig aufheben können.

Der Pazifik wird zum Taktgeber

Besonders deutlich dürfte das Signal in den klassischen El-Niño-Regionen werden. Peru und Ecuador gehören zu den Ländern, die besonders eng mit dem tropischen Pazifik verbunden sind. Stark veränderte Niederschlagsmuster können dort Überschwemmungen und Erdrutsche begünstigen, während andere Regionen zeitgleich unter Trockenheit leiden.

Anders ist die Situation in Indonesien und Teilen Südostasiens. Dort bedeutet El Niño häufig weniger Niederschlag. Für Reisende klingt das nach perfektem Strandwetter. Für die betroffenen Regionen kann die Trockenheit aber erhebliche Folgen haben – für Wasserreserven, Landwirtschaft und Waldbrandrisiken. Die WMO erwartet für 2026 insgesamt ein klassisches El-Niño-Muster: mehr Niederschlag in einigen Regionen, Dürrerisiko in anderen.

Auch Australien ist traditionell betroffen. Trockenere Bedingungen können die Feuergefahr erhöhen. In Teilen Nordamerikas wiederum verändern sich Niederschlags- und Temperaturmuster; die Effekte reichen von Kalifornien bis in den Süden der USA.

El Niño 2026

Und Mallorca?

Für die Balearen ist die Einordnung kompliziert – und deshalb interessant. Mallorca liegt weit außerhalb der eigentlichen El-Niño-Zone. Ein starker El Niño bedeutet deshalb nicht automatisch einen trockenen oder besonders warmen mallorquinischen Winter. Die Wirkung läuft über eine Kette atmosphärischer Wechselwirkungen, bei denen unter anderem der Jetstream und die nordatlantische Zirkulation eine Rolle spielen.

Für Reisende heißt das: El Niño ist für Mallorca eher ein Hintergrundsignal als eine konkrete Wettervorhersage. Im Mittelmeerraum können sich Niederschlagsverteilung, Temperatur und Sturmaktivität verändern, doch andere Faktoren – wie die Nordatlantische Oszillation – sind für das europäische Wetter häufig wichtiger.

Europas Winter unter Beobachtung

Interessant wird es hier ab Herbst. Die WMO erwartet weltweit überdurchschnittliche Temperaturen und deutliche Veränderungen der Niederschlagsmuster. Für Europa lässt sich kein einheitliches Szenario ableiten. Tendenziell können sich die atmosphärischen Strömungen verändern: Nordeuropa kann stärker von Niederschlägen und Sturmserien betroffen sein, während im Mittelmeerraum trockene Phasen wahrscheinlicher werden können.

Für Reisende ist genau das die wichtigste Botschaft: 2026/27 wird kein Jahr, in dem man einfach eine Wetterkarte für zwölf Monate aufschlägt. Regionale Prognosen und kurzfristige Wetterdaten sollte man im Blick behalten.

Meteotsunami Port de Soller Mallorca August 2026
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