„Nicht einen Touristen mehr“ – Barcelona baut zurück
José Antonio Donaire, Barcelonas neuer Beauftragter für nachhaltigen Tourismus, stellt Maßnahmen zur Begrenzung der Gästezahl vor. Die katalanische Metropole, längst als Paradebeispiel eines außer Kontrolle geratenen Massentourismus bekannt, kapituliert vor dem eigenen Erfolg.
Bei gerade einmal 1,6 Millionen Einwohnern gleicht die Stadt im Sommer einem überhitzten Freizeitpark, in den jährlich das Zehnfache an Besuchern drängt. Die Folgen dieser Überfremdung sind für Einheimische existenzbedrohend. Explodierende Mieten machen das Wohnen unbezahlbar. Überlastete U-Bahnen blockieren den Alltag. Traditionelle Viertel verlieren ihre Identität.
Gegen diese „Tagestouristen auf Durchreise“ geht die Stadt nun mit administrativer Härte vor:
Hinter den Maßnahmen steckt der Plan einer tiefgreifenden Transformation. Bislang bestand das Publikum zu zwei Dritteln aus reinen Freizeiturlaubern. Künftig soll eine strikte Dreiteilung herrschen: Jeweils ein Drittel Geschäftsreisende, Kulturtouristen und Freizeiturlauber. Man sucht den zahlungskräftigen Gast, der bleibt, statt den Billigurlauber, der nur konsumiert.