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Einsatz der Palantir-Software in Deutschland und Spanien

In mehreren europäischen Staaten wird die Nutzung der Analyse- und Überwachungssoftware der US-Firma Palantir Technologies Inc. ausgeweitet – trotz anhaltender rechtlicher, politischer und datenschutzrechtlicher Debatten. Sowohl in Deutschland als auch in Spanien sind staatliche Institutionen dabei, Palantir-Software für unterschiedliche Aufgaben in Polizei und militärischer Datenanalyse einzusetzen.

In Deutschland basiert die genutzte Lösung überwiegend auf Palantir Gotham, einer Plattform für die Integration und Analyse großer heterogener Datenmengen. Diese Software verknüpft verschiedenste Datenquellen wie polizeiliche Vorgänge, Kommunikationsdaten, Registerinformationen und soll Ermittlern helfen, Zusammenhänge zwischen Personen, Ereignissen und Orten schneller zu erkennen.

  • Hessen: Seit 2017 nutzt die hessische Polizei eine auf Palantir Gotham basierende Lösung namens Hessendata. Sie dient der präventiven Strafverfolgung und Terrorismusbekämpfung.

  • Bayern: Die bayerische Polizei setzt die Palantir-Software seit 2024/2025 unter dem Namen VeRA (Verfahrensübergreifende Recherche- und Analyseplattform) ein. In mehreren Dutzend Fällen wurde sie auch für Ermittlungen zu Eigentums- und Vermögensdelikten benutzt.

  • Nordrhein-Westfalen: Auch hier ist eine Palantir-basierte Plattform (DAR – Datenbankübergreifende Analyse und Recherche) im Einsatz.

  • Baden-Württemberg: Die Landesregierung beschloß eine Änderung des Polizeigesetzes, die es der Polizei erlaubt, die Software ab dem zweiten Quartal 2026 zu nutzen. Die Datenanalyse durch Gotham soll dort in gesicherten Rechenzentren in Deutschland erfolgen.

Der Einsatz ist umstritten. Mehrere Bundesländer wie Niedersachsen, Bremen, Hamburg lehnen den Einsatz ab oder setzen auf alternative Lösungen. Kritiker, darunter Datenschützer und Grundrechtsorganisationen, warnen vor Predictive Policing, Intransparenz und Abhängigkeit von einem US-Anbieter. Auf Bundesebene prüft das Innenministerium einen bundesweiten Einsatz, während parlamentarische Kontrolle und verfassungsrechtliche Anforderungen weiter diskutiert werden.

Einsatz von Palantir in Spanien

In Spanien schloß das Ministerio de Defensa (Verteidigungsministerium) im Oktober 2023 einen Vertrag mit Palantir Technologies Spain S.L. über eine militärische Datenanalyse- und Geheimdienstlösung. Der entsprechende Vertrag im Wert von 16,54 Millionen Euro betrifft die Lieferung einer *Lösung zur Fusion und Analyse von Daten im Rahmen des Sistema de Inteligencia de las Fuerzas Armadas (Intelligence System of the Armed Forces).

Die in Spanien vereinbarte Lösung dient primär der militärischen Informationsverarbeitung und Analyse von Daten für die Spanischen Streitkräfte. Es handelt sich dabei um eine strategische Anwendung zur Unterstützung von Entscheidungsprozessen auf Basis komplexer Datenintegration.

Der Vergabeprozess erfolgte ohne öffentlich ausgeschriebene Ausschreibung („negociado sin publicidad“), was bei Experten Transparenz- und Wettbewerbsbedenken ausgelöst hat. Insbesondere wurde kritisiert, dass keine vergleichbaren Angebote anderer Anbieter vorlagen.

Die Palantir-Software ist sowohl in Deutschland als auch in Spanien Teil staatlicher Datenanalyse-Infrastrukturen, jedoch mit unterschiedlicher Ausrichtung: In Deutschland dominiert der Einsatz in der Polizeiarbeit auf Landesebene mit Ausweitungstendenzen, während in Spanien ein bedeutender Auftrag im militärischen Bereich durch das Verteidigungsministerium vergeben wurde. Beide Einsätze stehen im Spannungsfeld zwischen Effizienzgewinnen für Sicherheitsbehörden und Datenschutz-, Rechtsstaat- und Transparenzbedenken.


Palantir Technologies: US-Tech-Unternehmen mit Blick auf Daten und KI

Palantir Technologies Inc. ist ein US-amerikanisches Software- und Datenanalyseunternehmen, das sich auf die Integration und Auswertung großer und komplexer Datenmengen spezialisiert hat. Gegründet wurde die Firma 2003 von den Silicon-Valley-Persönlichkeiten Peter Thiel, Alex Karp, Stephen Cohen, Joe Lonsdale und Nathan Gettings. Heute hat Palantir seinen Hauptsitz in Denver, Colorado.

Das Unternehmen bietet verschiedene Plattformen an: Palantir Gotham richtet sich vor allem an Behörden und Nachrichtendienste, die damit große Datenbestände auswerten können – etwa für Sicherheits- und Ermittlungsaufgaben. Palantir Foundry ist für die kommerzielle Nutzung gedacht und hilft Industrieunternehmen, Banken oder Gesundheitseinrichtungen, Daten effizient zu analysieren. Mit Palantir Apollo und der Artificial Intelligence Platform (AIP) erweitert die Firma ihre Angebote um die kontinuierliche Bereitstellung und Nutzung künstlicher Intelligenz.

Palantir ist seit September 2020 an der Börse, gehandelt wird die Aktie unter dem Ticker PLTR an der Nasdaq. Anders als bei klassischen Börsengängen setzte das Unternehmen auf eine Direktplatzierung, was die Aktie auch für Kleinanleger zugänglich machte. Seit 2024 gehört Palantir zum S&P 500, dem Index der größten börsennotierten US-Unternehmen.

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 420 bis 470 Milliarden US-Dollar zählt Palantir zu den größten Technologieunternehmen weltweit. Damit steht die Firma nicht nur im Fokus von Investoren, sondern gilt auch als eines der zentralen Unternehmen im wachsenden Feld der Datenanalyse und Künstlichen Intelligenz.

David Guetta bestätigt offiziell seine Residency 2026 im UNVRS Ibiza.
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