Deluxe NewsWorld News & Politics

So nutzen wir ChatGPT – anders, als man erwarten würde

Eine umfassende Untersuchung enthüllte kürzlich, wie Menschen weltweit ChatGPT nutzen. Die Ergebnisse überraschen: Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass der KI-Chatbot vor allem für Arbeit, Programmierung oder schulische Aufgaben genutzt wird, zeigt die Studie ein anderes Bild.

Demnach greifen die meisten Nutzer auf ChatGPT zurück, um alltägliche Fragen zu klären, Praktisches zu planen oder Informationen schnell und verständlich zu erhalten – Reiseplanung, Rezeptideen oder allgemeine Ratschläge – die KI fungiert als vielseitiger Alltagshelfer.

Das Schreiben und Überarbeiten von Texten bleibt ein zentraler Anwendungsbereich. Nutzer lassen sich von ChatGPT beim Verfassen von E-Mails und kreativen Texten unterstützen. Überraschend hoch ist der Anteil privater Nutzer: Rund 70 Prozent der Anfragen drehen sich um persönliche Belange, Hobbys, Bildung und Freizeit, nicht um den Job.

Die Studie zeigt außerdem, dass ChatGPT immer häufiger als Ideen- und Denkanstoß genutzt wird – für kreative Projekte oder sogar für persönliche Beratung. Die programmiertechnische Nutzung ist im Vergleich dazu eher gering und macht nur einen geringen Teil der Anfragen aus. Die Studie verdeutlicht, dass ChatGPT längst über das Image eines reinen Arbeits- oder Lernwerkzeugs hinausgewachsen ist.

Fragt man ChatGPT selbst, zeigt sich, dass die Reiseplanung zu den Bereichen zählt, in denen die Plattform ihren Nutzern den größten Mehrwert bietet. Ob es um die Suche nach Routen oder Sehenswürdigkeiten geht, um Packlisten oder Unterkunftstipps, ChatGPT hilft, Zeit zu sparen. Die KI kann Reisen zudem nach Hobby, Stimmung oder Thema planen, „einen literarischen Spaziergang durch London“, „eine Kulinarikrundfahrt durch Sizilien“ oder „fotofreundliche Orte in Island“ finden – und berücksichtigt dabei lokale Geheimtipps, Öffnungszeiten und sogar Jahreszeiten.

In Europa wurde ChatGPT vor genau drei Jahren erstmals bereitgestellt. In einer Studie mit europäischen Nutzern gaben 72 % der Befragten an, ChatGPT vor allem zur Recherche und Informationsbeschaffung zu nutzen, um Antworten auf Fragen zu erhalten oder Themen schnell zu verstehen. Rund 30 % der Interaktionen dreht sich um praktische Alltagsfragen und Hilfestellungen – dazu gehören Anleitungen, Erklärungen, Ratschläge oder Schritt‑für‑Schritt‑Hilfen zu konkreten Problemen, also „practical guidance“. Die KI wird zu einem flexiblen Begleiter, der weit über reine Informationsabfragen hinaus unterstützt.

Die Prognose für 2026
Der Fortschritt in Richtung AGI (Allgemeine Künstliche Intelligenz) wird nicht nur davon abhängen, wie schnell sich KI-Modelle weiterentwickeln, sondern ebenso davon, wie gut es gelingt, Menschen dabei zu unterstützen, KI sinnvoll, sicher und mit echtem Mehrwert zu nutzen.

2026 wird daher sowohl vom Frontier-Research als auch vom Schließen der Deployment-Lücke geprägt sein – insbesondere im Gesundheitswesen, in Unternehmen und im Alltag der Menschen. Die Deployment-Lücke beschreibt den Abstand zwischen dem,
was KI heute technisch leisten kann, und dem, was davon tatsächlich im Alltag der Menschen ankommt.

Tipps, wie man ChatGPT besser nutzen kann

Behandeln Sie ChatGPT wie einen Denkpartner.

1. Beschreiben Sie Ihr Ziel, nicht nur Ihre Aufgabe
Statt „Schreibe eine E-Mail“ besser: „Ich möchte einen Kunden sachlich überzeugen. Der Ton soll professionell sein.“

2. Geben Sie so viel Kontext wie nötig
Wer sind Sie? Für wen ist das Ergebnis gedacht? Was ist wichtig, was tabu? Je klarer der Rahmen, desto brauchbarer das Ergebnis.

3. Nutzen Sie ChatGPT iterativ
Gute Ergebnisse entstehen selten im ersten Schritt. Nachfragen, zuspitzen, kürzen, umformulieren – dafür ist KI gemacht.

4. Lassen Sie sich Denken erklären
Fragen Sie:  „Warum ist das ein guter Ansatz?“ oder „Welche Alternativen gäbe es?“ So wird KI zum Lernwerkzeug.

5. Setzen Sie ChatGPT dort ein, wo Zeit verloren geht
Zusammenfassen, strukturieren, vorbereiten, vergleichen. KI entfaltet ihren größten Nutzen nicht bei kreativen Höhepunkten, sondern bei wiederkehrenden Denk- und Vorarbeiten.

Fortschritt entsteht nicht, wenn KI intelligenter wird, sondern wenn wir lernen, präziser zu fragen und bewusster zu nutzen.

Auch für Künstler stellt sich die Frage nach dem Copyright an ihrer Arbeit.
Previous post

Dänemark schützt eigenes Gesicht – Deutschland und Spanien müssen bei Deepfake-Schutz nachbessern

Steuern sparen
Next post

Steuerfreibeträge besser nutzen: Tipps für Unternehmer und Mitarbeitende

deluxe magazine

deluxe magazine