Feuer in Europa, USA und Kanada
Die aktuelle Lage am Dienstag, den 11. August 2026 – Die Waldbrandlage spitzt sich in mehreren Regionen der nördlichen Hemisphäre gleichzeitig zu. Besonders betroffen sind derzeit Kanada, der Westen der USA und Südeuropa. Doch auch Großbritannien und Schottland erleben eine ungewöhnlich hohe Feueraktivität.
Eine Besonderheit dieser Feuersaison ist die außergewöhnliche geografische Ausdehnung: Während in Kanada und den USA riesige Waldflächen brennen, kämpfen gleichzeitig Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Italien mit einer anhaltenden Feuerwelle. Auch in Großbritannien steigt die Gefahr durch Trockenheit und eine neue Hitzewelle.
Kanada: Dramatische Lage in British Columbia
Okanagan besonders schwer betroffen
Einer der derzeit kritischsten Brandherde liegt in British Columbia im Westen Kanadas. Der Bald Range Fire bei Summerland im Okanagan hat sich stark ausgebreitet. Rund 9.500 Hektar sind bereits verbrannt. Mehr als 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, weitere Tausende befinden sich unter Evakuierungswarnungen. Besonders betroffen sind die Gemeinden Summerland und Peachland. British Columbia hat angesichts der dramatischen Entwicklung den Notstand ausgerufen. Auch das kanadische Militär wurde zur Unterstützung vorbereitet. Die Situation wird durch hohe Temperaturen, Trockenheit und starken Wind verschärft. Kanada hat in diesem Jahr bereits rund 3,9 Millionen Hektar durch Waldbrände verloren. Auch in anderen Teilen des Landes sind zahlreiche Großbrände aktiv.
USA: Extreme Feueraktivität im Westen
Die Vereinigten Staaten erleben ebenfalls eine außergewöhnlich intensive Waldbrandsaison. Nach Angaben des National Interagency Fire Center wurden allein innerhalb von 24 Stunden 101 neue Feuer registriert. Darunter waren neun neue Großbrände. Insgesamt waren 98 große Feuer weiterhin nicht unter Kontrolle. Rund 29.840 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Die USA befinden sich weiterhin auf der höchsten nationalen Feuerbereitschaftsstufe Preparedness Level 5.
Washington State besonders betroffen
Besonders dramatisch ist die Situation im Bundesstaat Washington. Dort sind bereits mehr als 720.000 Acres, also rund 291.000 Hektar, verbrannt. Damit gehört die aktuelle Feuersaison zu den schwersten der vergangenen zwei Jahrzehnte. Mehrere Großbrände haben jeweils eine Fläche von mehr als 100.000 Acres erreicht.
Oregon, Idaho und Montana
Auch Oregon, Idaho und Montana kämpfen mit zahlreichen aktiven Waldbränden. Die Feuer im Nordwesten der USA verursachen gleichzeitig eine erhebliche Rauchbelastung. Rauchfahnen breiten sich über große Teile des Landes aus und beeinträchtigen vielerorts die Luftqualität.
Für die USA liegt 2026 bereits im August um 2,272 Millionen Acres über dem 10-Jahres-Mittel. Gegenüber dem ohnehin starken Jahr 2025 sind die verbrannten Flächen heute schon um rund 75 % höher. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die aktuelle US-Feuersaison nicht nur mehr Brände hervorbringt, sondern vor allem wesentlich mehr Fläche pro Brand verliert.
Europa: Rekordhafte Waldbrandsaison
Auch Europa erlebt eine außergewöhnliche Waldbrandsaison. Nach den jüngsten Daten der Europäischen Kommission waren bis zum 9. August 2026 bereits mehr als 529.000 Hektar innerhalb der EU verbrannt. Damit liegt Europa bereits jetzt über dem bisherigen Rekordjahr 2025 als auch über dem langfristigen Durchschnitt der letzten zehn Jahre – um 168 Prozent über dem langfristigen EFFIS-Durchschnitt. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn mehr als 1.500 größere Feuer registriert. Die größten aktuellen Brennpunkte liegen weiterhin im Mittelmeerraum und auf dem Balkan.
Griechenland: Neue Brände trotz schwieriger Ausgangslage
Waldbrand westlich von Athen
Griechenland bleibt eines der Länder mit der höchsten Feuergefahr. Am Montag, dem 10. August, wurde erneut ein größerer Waldbrand westlich von Athen gemeldet. Löschflugzeuge und Hubschrauber wurden eingesetzt. Das Land hatte bereits zuvor mit mehreren schweren Waldbränden zu kämpfen. Die extreme Hitze, ausgetrocknete Vegetation und starke Winde lassen die Gefahr einer schnellen Ausbreitung weiterhin sehr hoch erscheinen.
Frankreich: Die Feuerwelle ist noch nicht vorbei
Frankreich gehört weiterhin zu den am stärksten betroffenen Ländern Europas. Besonders der Südwesten und Süden des Landes waren von schweren Waldbränden betroffen. Große Feuer führten in den vergangenen Wochen zu umfangreichen Evakuierungen. Gleichzeitig sorgt die nächste Hitzewelle für eine weiterhin angespannte Situation. Die trockene Vegetation bietet den Flammen große Mengen an Brennmaterial.
Spanien: Hohe Brandgefahr im ganzen Land
Auch Spanien bleibt ein zentraler Brennpunkt der europäischen Feuerlage. Besonders gefährdet sind trockene Regionen im Nordwesten, Nordosten und in Teilen Kataloniens. Viele der großen Brände der vergangenen Wochen sind inzwischen unter Kontrolle, jedoch noch nicht vollständig gelöscht. Die Kombination aus extremer Hitze, Dürre und trockener Vegetation hält die Brandgefahr weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
Portugal: Extreme Trockenheit
Portugal gehört ebenfalls zu den europäischen Ländern mit besonders hoher Feueraktivität. Portugal und Spanien gehören zu den Ländern, in denen die Zahl der Waldbrände gegenüber dem Vorjahr besonders stark gestiegen ist.
Italien: Brände auf Sardinien und Sizilien
Auch Italien bleibt von zahlreichen Vegetations- und Waldbränden betroffen.
Besonders gefährdet sind:
- Sardinien
- Sizilien
- Süditalien
- Teile Mittelitaliens
Die sommerliche Trockenheit und hohe Temperaturen sorgen weiterhin für eine hohe Waldbrandgefahr.
Balkan: Hohe Feuergefahr
Auch auf dem Balkan bleibt die Situation angespannt.
Serbien
In Serbien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen größere Brände, unter anderem in der Deliblatska Peščara nordwestlich von Belgrad. Auch Bulgarien, Montenegro, Albanien und Kroatien befinden sich weiterhin in einer erhöhten Gefahrenlage.
Großbritannien: Waldbrandgefahr nimmt zu
Großbritannien entwickelt sich zunehmend zu einem weiteren europäischen Brennpunkt. Bis zum 10. August waren in Großbritannien bereits rund 23.359 Hektar verbrannt. Dabei wurden 72 Brände mit einer Fläche von mehr als 30 Hektar registriert.
England: Dürre und neue Hitzewelle
Die Situation in England ist besonders bemerkenswert. Fast drei Viertel Englands befinden sich inzwischen offiziell in einer Dürresituation. Gleichzeitig werden für diese Woche Temperaturen von bis zu 36 °C erwartet.
New Forest: Feuer nach Fahrzeugbrand
Im New Forest in Hampshire entstand am Montag, dem 10. August, ein neuer Vegetationsbrand. Das Feuer soll nach einem Fahrzeugbrand auf der A31 entstanden sein und anschließend auf das trockene Heideland übergegriffen haben. Betroffen war eine Fläche von etwa 140 Fußballfeldern.
Schottland: Großbrand in den Cairngorms
Auch Schottland kämpft weiterhin mit den Folgen eines außergewöhnlich großen Waldbrandes. Der Cairngorms-Waldbrand hat inzwischen etwa 25 Quadratkilometer Moor- und Waldgebiet erfasst. Das entspricht einer Fläche von rund 3.500 Fußballfeldern. Besonders wertvoll und gefährdet ist der seltene Caledonian Forest. Die schottische Feuerwehr überwacht das Gebiet weiterhin unter anderem mit Wärmebilddrohnen, um verbliebene Glutnester aufzuspüren.
Irland: Trockenheit erhöht die Gefahr
Irland ist von der aktuellen Feuerwelle deutlich weniger betroffen als Südeuropa oder Kanada. In den vergangenen Wochen wurden unter anderem Brände in Tipperary, Kerry und Wicklow gemeldet.
Die wichtigsten Feuerregionen im Überblick
| Region | Aktuelle Lage |
|---|---|
| 🇨🇦 Kanada | 🔴 Extrem |
| 🇺🇸 West-USA | 🔴 Extrem |
| 🇫🇷 Frankreich | 🔴 Sehr hoch |
| 🇪🇸 Spanien | 🔴 Sehr hoch |
| 🇬🇷 Griechenland | 🔴 Sehr hoch |
| 🇵🇹 Portugal | 🔴 Sehr hoch |
| 🇮🇹 Italien | 🟠 Hoch |
| 🇷🇸 Balkan | 🟠 Hoch |
| 🇬🇧 England | 🟠 Hoch und zunehmend |
| 🏴 Schottland | 🟠 Hoch, lokal extrem |
| 🇮🇪 Irland | 🟡 Erhöht |
Das große Bild
Die aktuelle Feuerlage zeigt ein ungewöhnliches Muster. Während British Columbia, Washington und Oregon im Westen Nordamerikas mit riesigen Waldbränden kämpfen, hält die Feuerwelle in Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Italien an. Gleichzeitig nimmt die Brandgefahr in Großbritannien und Schottland deutlich zu.
Besonders auffällig ist dabei die Kombination aus anhaltender Trockenheit, hohen Temperaturen, ausgetrockneter Vegetation und zunehmenden Hitzewellen. Die Feuer sind deshalb nicht nur ein regionales Problem. Sie zeigen vielmehr eine außergewöhnlich weit verbreitete Waldbrandlage, die sich derzeit über große Teile der USA, Kanadas und Europas erstreckt.
Stand der Zusammenfassung: 11. August 2026.