Wie aus gehäkelten Korallen ein globales Kunstwerk entsteht
Die österreichische Konzeptkünstlerin Dr. Petra Maitz und Kandima Maldives starten einen internationalen Open Call. Ihr Ziel: Bis 2028 soll das weltweit größte partizipative Häkel-Korallenriff entstehen – als künstlerisches Statement für Biodiversität und den Schutz der Ozeane.
„Wenn Kunst beginnt, wie ein Ökosystem zu funktionieren, entsteht mehr als eine Installation. Es entsteht ein lebendiger Organismus.“ Mit diesem Gedanken beschreibt die österreichische Konzeptkünstlerin Dr. Petra Maitz ihr neuestes internationales Kunstprojekt. Gemeinsam mit dem Lifestyle-Resort Kandima Maldives hat sie „The Living Crochet Reef @Kandima“ initiiert. Bis 2028 soll auf den Malediven das weltweit größte gehäkelte Korallenriff entstehen – getragen von Tausenden Menschen aus aller Welt.
Den Auftakt bildet der internationale Open Call „Crochet the Reef“. Menschen jeden Alters sind eingeladen, gehäkelte Korallen und Meerestiere beizusteuern. Jede Arbeit wird Teil einer stetig wachsenden Installation, die zugleich ein Symbol für Zusammenarbeit und den Schutz mariner Ökosysteme sein soll.
Kunst als Modell der Natur
Die konzeptionelle Grundlage des Projekts ist ein biologisches Prinzip: Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Ihre komplexen Strukturen entstehen durch das Zusammenwirken unzähliger Organismen. Kein einzelnes Lebewesen schafft das Riff allein – erst das Zusammenspiel macht es möglich.
Genau diesen Gedanken überträgt Petra Maitz auf ihre Kunst. Aus vielen individuellen Beiträgen entsteht ein gemeinsames Werk, dessen eigentliche Autorenschaft in der Gemeinschaft liegt. Häkeln versteht sie dabei nicht als Handarbeit, sondern als künstlerische Methode, um kollektive Prozesse sichtbar zu machen.
In ihren Installationen verbindet Maitz Ästhetik mit Evolutionsbiologie, Meeresforschung und Erkenntnistheorie. Im Mittelpunkt steht nicht allein das fertige Objekt, sondern der gemeinsame Entstehungsprozess. Angesichts der weltweiten Bedrohung von Korallenriffen setzt sie auf eine ungewöhnliche Form der Umweltkommunikation: Statt mahnender Bilder soll die eigene Beteiligung ein emotionales Bewusstsein für Biodiversität und ökologische Verantwortung schaffen.
Zwischen Humboldt und Beuys
Seit Jahrzehnten arbeitet Maitz an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft. Inspiriert vom erweiterten Kunstbegriff Joseph Beuys‘ und Alexander von Humboldts ganzheitlichem Naturverständnis begreift sie Kunst als Labor für neue Denkmodelle. Begriffe wie Evolution, Interdependenz und Selbstorganisation werden dabei nicht nur erklärt, sondern durch gemeinsames künstlerisches Handeln erfahrbar.
Die Wurzeln ihres Ansatzes reichen bis ins Jahr 2001 zurück. Damals gründete sie in Wien die Lady Musgrave Reef Foundation und initiierte eines der frühen internationalen partizipativen Korallenkunstprojekte. Das über Jahrzehnte gewachsene Werk umfasst rund 1.400 Einzelteile und wurde in renommierten Museen und Kunstinstitutionen unter anderem in Budapest, Bilbao, Barcelona, Hamburg, Mumbai, Sydney und Peking präsentiert. Heute befindet sich das Korallenriff im Ludwig Museum in Budapest.
Die in Wien geborene Künstlerin studierte zunächst Medizin, anschließend Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und promovierte später im Bereich Wissenstransfer an der Universität für angewandte Kunst Wien. Diese interdisziplinäre Verbindung prägt ihre Arbeit bis heute.
Kandima Maldives als internationale Kunstplattform
Mit „The Living Crochet Reef @Kandima“ führt das Resort seine KULA Art Initiative konsequent weiter. Bereits die Ausstellung „DHIRUN: Art for Biodiversity“ brachte lokale Künstlerinnen und Künstler mit dem Thema Biodiversität zusammen und entstand in Kooperation mit dem United Nations Development Programme (UNDP).
Das neue Projekt erweitert diesen Ansatz um eine globale Dimension. Gäste, Kunstschaffende, Schulen und Häkelgemeinschaften aus aller Welt sind eingeladen, sich zu beteiligen. Kandima Maldives versteht Kunst dabei nicht als Dekoration, sondern als Plattform für kulturellen Austausch und gesellschaftliches Engagement.
Bis 2028 soll eine Installation entstehen, die weit über den klassischen Resortkontext hinausweist: ein künstliches Korallenriff, das die Entstehungsprinzipien seines natürlichen Vorbilds aufgreift und Menschen weltweit miteinander verbindet.
Internationaler Open Call: „Crochet the Reef“
Unter dem Motto „Crochet the Reef“ rufen Dr. Petra Maitz und Kandima Maldives dazu auf, gehäkelte Korallen und Meerestiere in freier Interpretation einzureichen. Jede Einsendung wird Teil des gemeinsamen Kunstwerks.
Informationen und Häkelanleitungen:
office@petramaitz.com
Einsendungen an:
Kandima Maldives
„The Living Crochet Reef“
Kandima Island, Dhaalu Atoll
Kudahuvadhoo 20066
Maldives
Für Einsendungen aus der DACH-Region:
ziererCOMMUNICATIONS
„The Living Crochet Reef“
Effnerstraße 44–46
DE – 81925 München


